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Biofeedback-Behandlung bei Stress

Bei einer Stressreaktion laufen im menschlichen Körper psychophysiologische Prozesse ab. Es erfolgt eine schnelle Umstellung von Bauchatmung auf Brustatmung, Adrenalin wird ausgeschüttet, das Blut zieht sich aus der Peripherie (Arme, Beine) eher in den Rumpfbereich zurück. Die Muskeln spannen sich an der Mensch ist bereit für Kampf oder Flucht. Diese seit Urzeiten bestehende typische Reaktion des Menschen bei Angst ist hilfreich, um rasch auf Bedrohungen reagieren zu können. Zwar ist dieses Reaktionsmuster auch heute noch wichtig, doch in der modernen Gesellschaft mit ihren alltäglichen Stressreizen kann es dazu führen, dass sich der Körper selbst außer Gefecht setzt.

Dem Steinzeitmenschen sicherte diese Reaktion das Überleben indem sie entweder flucht- oder kampfbereit machte, etwa beim Angriff durch ein wildes Tier. Auf eine solche starke Anspannung folgte jedoch immer auch eine tiefe Entspannung nach der überstandenen Gefahr. Heute können wir aber nicht immer in einer solchen Form (körperlich, aggressiv) auf Bedrohungen reagieren. Vor dem Chef kann man eben nicht einfach fliehen oder mit ihm einen körperlichen Kampf austragen! Die Folge ist, dass die Stressreaktion nicht adäquat abgebaut wird. Dass sich zum Beispiel die ursprünglich vorhandene Bauchatmung immer stärker in eine aktivierende Brustatmung verschiebt und das langsam und schleichend ein Zustand entsteht, der dem das Steinzeitmenschen kurz vor einem Kampf ziemlich ähnlich ist.

Während aber der Neandertaler wusste, dass er jetzt körperlich erregt ist, fällt diese Wahrnehmung im normalen Industriealltag häufig weg und wird nicht mehr wahrgenommen. Der Betroffene versteht nicht, warum er auf einmal kaum Luft bekommt, warum sein Herz rast, weil wir eigentlich nichts passiert ist.

Was kein Biofeedback hier tun?

Mit Biofeedback können die psychophysiologischen Reaktionen sichtbar gemacht werden. So werden sie der Wahrnehmung zugänglich und bewusst. Auf diese Weise legen wir den Grundstein dafür, diese Funktionen willentlich zu beeinflussen und in Ruhesituationen auch wirklich mit einer Ruhe-Atmung zu atmen. Durch die Umstellung auf Ruheatmung wird ein weiteres Phänomen ausgeglichen, die beginnende Hyperventilation. Das bedeutet vereinfacht, dass die Betroffenen durch  beschleunigte Atmung verstärkte CO2 abatmen. Dies wirkt sich auf unterschiedliche Körperfunktionen aus und kann im Extremfall zu Verkrampfung und Ohnmacht führen.

Durch Biofeedback-Übungen auch unter Stress kann der Patient wieder zu einem normalen Atmen zurückfinden. Natürlich können auch andere Ansatzpunkte als der Atem gewählt werden. Zum Beispiel die Herzrate wenn das Herzrasen als besonders unangenehm erlebt wird.

Was kann Biofeedback hier tun?

Mittels genaue Analyse der Auslöse-Bedingungen wird dem Defizit in der Stressbewältigung nachgegangen, Energielecks werden versiegelt und neue Auftragquellen erschlossen. Hierbei erfolgt zunächst ein Stress Check, das bedeutet eine Überprüfung, welche physiologischen Parameter besonders stark auf Stress reagieren. Welche Reize zu einer Stressreaktion führen und wie lange es dauert, bis eine Erholungsreaktion einsetzt.

Darauf aufbauend kann in einem individuell erstellten Bio- und Neurofeedback-Programm die Stress-Resilienz wiederhergestellt werden. Das beinhaltet einerseits spezifische Methoden der Erholung (zum Beispiel auf die persönliche Psychophysiologie aufbauende und zugeschnittene kurz Entspannung) wie auch der Einsatz von Techniken, die die direkte Stressbelastungsgrenze verbessern.